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Warum stellen Unternehmen heute weniger Festangestellte ein – trotz Fachkräftemangel?

In Kürze: Trotz anhaltendem Fachkräftemangel stellen Schweizer Unternehmen 2026 weniger Personen fest an. Der Grund ist nicht fehlendes Personal, sondern wirtschaftliche Unsicherheit, volatile Märkte, Budgetrestriktionen und der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die Folge: Der Bedarf verlagert sich von langfristigen Festanstellungen hin zu flexiblen Beschäftigungsmodellen.

Fachkräftemangel bezeichnet den Zustand, in dem für offene Stellen zu wenige qualifizierte Personen verfügbar sind. Anders als ein allgemeiner Arbeitskräftemangel betrifft er gezielt bestimmte Qualifikationen und Branchen.

Hinweis: Dieser Beitrag informiert allgemein. Die genannten Zahlen datieren schnell und sollten vor der Weiterverwendung gegen die Originalquellen (Adecco/UZH, KOF) geprüft werden.

 

Fachkräftemangel und Festanstellung in der Schweiz: Wie passt das zusammen?

Unternehmen stellen weniger fest an, weil wirtschaftliche Unsicherheit derzeit stärker wiegt als der reine Personalbedarf. Der Fachkräftemangel ist real, bestimmt aber nicht mehr allein das Handeln der Personalabteilungen.

Der Fachkräftemangel-Index der Adecco Gruppe Schweiz und des Stellenmarkt-Monitors der Universität Zürich lag 2025 rund 22 % unter dem Vorjahreswert – das zweite Jahr in Folge rückläufig (Quelle: Adecco Gruppe Schweiz / Stellenmarkt-Monitor UZH, 2025).

Für Personalverantwortliche entsteht dadurch ein neues Bild: Die Frage lautet immer seltener „Finden wir jemanden?“ und immer öfter „Sollen wir uns jetzt langfristig binden?“.

 

Wie stark ist der Fachkräftemangel 2026 noch – und wo?

Der Fachkräftemangel besteht weiter, hat sich aber auf wenige Berufsgruppen konzentriert. 2025 wiesen nur noch 4 von 32 Berufsgruppen ein klares Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf (Quelle: Adecco/UZH, 2025).

Am stärksten angespannt bleiben Spezialist:innen im Gesundheitswesen, Bau- und Produktionsleitung sowie ingenieurtechnische und Elektroberufe. Es sind Tätigkeiten, die Präsenz, Erfahrung und Verantwortung verlangen.

Für HR heißt das: Ein pauschaler „Fachkräftemangel Schweiz“ existiert 2026 nicht mehr – die Lage muss branchen- und funktionsspezifisch beurteilt werden.

 

Wie bremsen wirtschaftliche Unsicherheit und volatile Märkte die Festanstellung?

Unsichere Aussichten führen dazu, dass Unternehmen Einstellungen aufschieben oder befristen. Wer nicht weiss, wie sich Auftragslage und Kosten entwickeln, bindet sich ungern über Jahre.

Die Konjunkturaussichten sind entsprechend verhalten: Das KOF Institut erwartet für 2026 nur noch ein reales BIP-Wachstum von 0,8 % – im Juni 2026 von zuvor 1,0 % gesenkt (Quelle: KOF Institut, 2026).

Volatile Märkte, geopolitische Risiken und schwankende Nachfrage verstärken diese Zurückhaltung. Eine Festanstellung ist eine langfristige Fixkostenentscheidung – und genau die scheuen Unternehmen in unsicheren Phasen.

Merksatz: Je schwerer die nächsten zwölf Monate planbar sind, desto teurer wirkt eine unbefristete Stelle im Vergleich zu einer flexiblen Lösung.

 

Welchen Einfluss hat Künstliche Intelligenz auf die Personalplanung?

Künstliche Intelligenz verändert bereits messbar, welche Stellen Unternehmen überhaupt ausschreiben. Besonders betroffen sind kaufmännische, administrative und ICT-nahe Funktionen.

Genau diese als KI-exponiert geltenden Berufsgruppen verzeichnen die stärksten Rückgänge bei offenen Stellen. Aufgaben, die sich teilautomatisieren lassen, werden seltener neu besetzt (Quelle: Adecco/UZH, 2025).

KI beseitigt den Fachkräftemangel also nicht – sie verschiebt ihn: weg von automatisierbaren Bürotätigkeiten, hin zu praxisnahen, schwer ersetzbaren Rollen. Für die Personalplanung heißt das mehr Selektivität bei Festanstellungen.

 

Was bedeutet das für HR- und Finanzverantwortliche?

Für HR und Finance entsteht ein doppelter Balanceakt: Fachkräfte in Engpassberufen sichern, ohne bei unsicherer Konjunktur langfristige Fixkosten aufzubauen.

Budgetrestriktionen verschärfen diesen Zielkonflikt. Personalbudgets werden vorsichtiger geplant, Neueinstellungen stärker hinterfragt und Einstellungszyklen länger.

Faustregel: Je enger das Budget und je unsicherer die Aussichten, desto grösser der Wert von Personalstrukturen, die man an die tatsächliche Auslastung anpassen kann.

 

Warum wächst der Markt für flexible Beschäftigungsmodelle?

Weil flexible Modelle genau die Lücke schließen, die zwischen Bedarf und Bindungsrisiko entstanden ist. Temporäre, interimistische und projektbasierte Einsätze erlauben es, Kompetenz gezielt zu holen, ohne sich unbefristet zu verpflichten.

Für Unternehmen bedeutet das planbare, variable Kosten statt dauerhafter Fixkosten – und die Möglichkeit, schnell auf Auftragsschwankungen zu reagieren. Für viele erfahrene Fachkräfte ist es zugleich eine bewusste Wahl geworden.

Ein Beispiel sind erfahrene Senior-Profile, die Mandate auf Zeit übernehmen. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt der Beitrag zu Interim Managern in der Schweiz.

 

Wie setzen Unternehmen flexible Modelle rechtssicher um?

Flexibilität ist nur dann ein Vorteil, wenn Anstellung und Abrechnung sauber geregelt sind. Hier kommt Payrolling ins Spiel: Ein spezialisierter Anbieter stellt die Fachkraft an und übernimmt Lohnabrechnung, Sozialversicherungen und arbeitsrechtliche Pflichten, während das Unternehmen flexibel mit ihr zusammenarbeitet.

So lassen sich Fachkräfte schnell einsetzen, Fixkosten und Verwaltungsaufwand reduzieren und rechtliche Risiken vermeiden. Was Payrolling genau ist und wann es sich eignet, lesen Sie unter was Payrolling ist.

Kriterium Festanstellung Temporär / Interim Payrolling
Vertragliche Bindung Unbefristet, langfristig Befristet, projektbezogen Befristet, einsatzbezogen
Fixkosten Hoch, dauerhaft Variabel Variabel, nach Einsatz
Flexibilität bei Schwankungen Gering Hoch Hoch
Arbeitgeberpflichten Vollständig beim Unternehmen Beim Verleiher Beim Payrolling-Anbieter
Geeignet für Stabile Kernfunktionen Vakanzen, Spitzen, Projekte Einzelne Fachkräfte ohne eigene Struktur

Der Fachkräftemangel zwingt Unternehmen 2026 nicht zu mehr Festanstellungen, sondern zu klügerer Flexibilität. Wer Kompetenz sichern und trotzdem beweglich bleiben will, fährt mit einer sauber geregelten flexiblen Lösung am ruhigsten.

 

FAQ

Warum stellen Schweizer Unternehmen 2026 weniger fest an, obwohl es einen Fachkräftemangel gibt?

Weil wirtschaftliche Unsicherheit, ein gebremstes Wachstum und knappe Budgets stärker wiegen als der reine Personalbedarf. Eine Festanstellung ist eine langfristige Fixkostenentscheidung, die Unternehmen in unsicheren Phasen scheuen. Der Mangel besteht in einzelnen Berufsgruppen weiter, bestimmt aber nicht mehr allein die Einstellungsentscheide.

Ist der Fachkräftemangel in der Schweiz vorbei?

Nein, aber er hat sich stark konzentriert. 2025 waren laut Adecco/Universität Zürich nur noch 4 von 32 Berufsgruppen spürbar betroffen, vor allem Gesundheitswesen, Bau und technische Spezialistenfunktionen. Der Gesamtindex lag rund 22 % unter dem Vorjahr.

Wie wirkt sich wirtschaftliche Unsicherheit auf Einstellungen aus?

Unsichere Aussichten führen dazu, dass Unternehmen Einstellungen aufschieben oder befristen. Das KOF Institut erwartet für 2026 nur ein reales BIP-Wachstum von 0,8 %, was zu vorsichtiger Personalplanung führt. Volatile Märkte und knappe Budgets verstärken diese Zurückhaltung.

Welchen Einfluss hat Künstliche Intelligenz auf die Personalplanung?

KI verändert vor allem administrative, kaufmännische und ICT-nahe Funktionen, wo Stellenausschreibungen bereits zurückgehen. In praxisnahen, schwer automatisierbaren Berufen bleibt der Fachkräftemangel dagegen bestehen. Für die Personalplanung bedeutet das mehr Selektivität bei Festanstellungen.

Welche Beschäftigungsmodelle gewinnen an Bedeutung?

Temporäre, interimistische und projektbasierte Modelle wachsen deutlich, weil sie Kompetenz ohne langfristige Fixkosten verfügbar machen. Sie erlauben es Unternehmen, schnell auf Auftragsschwankungen zu reagieren. Viele erfahrene Fachkräfte wählen diese Modelle zudem bewusst.

Wie bleiben Unternehmen bei knappen Budgets handlungsfähig?

Indem sie Personalstrukturen an die tatsächliche Auslastung anpassen, statt dauerhaft Fixkosten aufzubauen. Flexible Beschäftigungsmodelle bieten variable statt fixe Kosten. Wichtig ist, dass Anstellung und Abrechnung dabei rechtlich sauber geregelt sind.

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